Stromberg
Stromberg ist eine deutschsprachige, mehrfach prämierte Comedy-Fernsehserie mit dem von Christoph Maria Herbst dargestellten Versicherungsangestellten Bernd Stromberg als Protagonist in einer als Mockumentary konzipierte Parodie auf die beim Fernsehpublikum beliebten Doku-Soaps und spielt in den Büroräumen der fikitven Kapitol Versicherung, Abteilung Schadensregulierung. Sie wird seit Oktober 2004 auf dem deutschen Privatsender ProSieben nach der Prime-Time sowie zu verschiedenen Sendezeiten auf dem Spartensender
Sat.1 Comedy ausgestrahlt.
Die vierte Staffel wird seit Anfang November 2009 auf ProSieben ausgestrahlt, danach ist bisher keine neue Staffel, sondern ein Kinofilm geplant.
Zur Person Bernd Strombergs und dessen Sprüchen:
Der Protagonist Bernd Stromberg ist zu Beginn der Serie “Ressortleiter Schadensregulierung M bis Z”, ab Staffel zwei dann “Stellvertretender Leiter Schadensregulierung”. Er ist Mitte 40 und verheiratet, in der zweiten Staffel trennt er sich dann, nach eigenen Angaben von seiner Seite ausgehend, von seiner Frau Birgit. Er selbst möchte gegenüber seinen Kollegen eine patriarchische Mentorenrolle einnehmen. So mimt er stets die geradlinige und strenge Autoritätsperson, während er sich innerlich wie eine Fahne im Wind dreht. Indem er sich gerne und oft in metaphorischen Vergleichen verliert, weicht er einer direkten Konfrontation und der direkten Benennung von Problemen aus. Ein durchgehendes Stilmittel ist, dass Stromberg in den Einzelinterviews stets den seriösen und ernsthaften Angestellten gibt – in der Realität tritt aber das genaue Gegenteil davon ein und er ist die Definition von Schmierigkeit und Hinterlist. Der egoistische und selbstgerechte Macho sieht seine Kollegen als Mittel zum Zweck zum Erreichen der eigenen Ziele oder der eigenen Arbeitsvermeidung, die er zu Instrumenten seiner in aller Regel vergeblichen Profilierungsversuche macht. Um sich aufzuwerten, erniedrigt er deshalb mit großer Freude gleichermaßen Frauen, Behinderte, Einwanderer, soziale Randgruppen sowie mental schwache Mitarbeiter. Bei aller Boshaftigkeit seiner Person übt er doch zugleich auch die größte Anziehungskraft aus. Gelegentlich legt er allerdings seine Maske ab und zeigt sich von seiner menschlichen Seite, beispielsweise als seiner Mitarbeiterin Erika aufgrund eines Diebstahlvorwurfes gekündigt werden soll und man deutlich sehen kann, wie nah ihm diese Situation des möglichen Verlust einer ihm nahestehenden Person geht. Andererseits lässt auch diese Haltung wieder Raum für Interpretationen, da man vermuten kann, dass er einfach nur keine Lust hat, aufgrund der von ihm mit ausgelösten Kündigung unbeliebt zu werden oder er Angst hat, einen sehr wichtigen, an Erika hängenden Kunden zu verlieren. Von Jennifger Schirmann wird er auch wegen seiner zwei Seiten als ein “Büro-Gollum” bezeichnet.
In der vierten Staffel wähnt sich Stromberg dann schließlich bereits am Ziel seiner Bemühungen, der Beförderung zum “Gesamtleiter Schadensregulierung”, als er sich infolge eines vom Zaun gebrochenen Streits mit dem Kantinenkoch, der wie sich herausstellt, gute Beziehungen zu führenden Mitgliedern des Vorstands der Kapitol Versicherung pflegt, plötzlich zum Leiter eines kleinen Außendienstbüros mitten in der nordeutschen Provinz , in “Finsdorf” wiederfindet. Dort muss Stromberg sehr deutlich die Bedeutsamkeit ihm bisher fremder zwischenmenschlicher Beziehungen in Form von Brauchtumspflege und anderen ländlichen Besonderheiten erfahren. Es gelingt ihm jedoch erneut durch Intrigen und eine Verkettung von Zufällen, seine ursprüngliche Position als „Stellvertretender Leiter Schadensregulierung“ zurückzuerobern.
Rezeption:
Stromberg kam bei Publikum und Kritikern der Fachpresse im Allgemeinen gut an. So werden vor allem die teils makaberen Witze und das realistische Doku-Soap-Gefühl von den Kritikern hervorgehoben.
In einem Artikel der FAZ wird Stromberg auch als “der schlimmste Chef aller Zeiten” bezeichnet. Christoph Maria Herbst wird selbst mit der Aussage zitiert, er habe bei seiner Suche nach einem “Rollenmodell” und Vorbild für seine Rolle bei Gerhard Schröder und dessen “Basta-Politik” Anleihen gemacht. Außerdem charakterisiere Herbst die Beziehung des Zuschauers zu Stromberg gerne mit dem Schlagwort des s.g. “Fremdschämen”. Das Urteil der FAZ fällt dann durchweg positiv aus: “Abgründigere Charaktere als den […] Bürotyrannen Stromberg gibt es im deutschen Fernsehen wenige, in der deutschen Comedy gewiss gar keinen.”
Der Spiegel lobt in seiner Online-Ausgabe dagegen das “allzu Menschliche” der Charaktere. Stromberg sei nicht nur reines Hassobjekt, sondern eigentlich auch ein armes Würstchen, das unbeholfen weitergebe, was ihm geschieht. Es müsse wohl diese „Mischung aus Komik und Tragik“ sein, die letztlich den Reiz der Serie ausmache.








